WTV-Vereinsfahrt nach Gozo: Zwei Wochen Tauchen, Kultur und
Gemeinschaft im Herzen des Mittelmeers


Wenn Mitglieder des Würzburger Tauchvereins (WTV) auf Reisen gehen, dann darf man sich auf eine gelungene Mischung aus Tauchsport, Gemeinschaft und unvergesslichen Erlebnissen freuen. Die diesjährige 14-tägige Vereinsfahrt führte insgesamt 18 Teilnehmer auf die wunderschöne Mittelmeerinsel Gozo, die kleine Schwester Maltas. Die Reise bot alles, was das Taucherherz begehrt: spektakuläre Unterwasserlandschaften, kristallklares Wasser, kulturelle Entdeckungen und gesellige Abende.


Bereits die Anreise verlief reibungslos. Die Teilnehmer starteten von Frankfurt beziehungsweise München nach Malta und setzten anschließend mit der Fähre nach Gozo über. Dort bezog die Gruppe ein hervorragend ausgestattetes Appartementhaus oberhalb der malerischen Xlendi Bay. Besonders geschätzt wurden die großzügigen Unterkünfte, der Swimmingpool sowie das reichhaltige kontinentale Frühstück, das erfreulicherweise deutlich mehr zu bieten hatte als das oft übliche englische Frühstück. Von Anfang an war erkennbar, wie viel Arbeit und Organisation in dieser Reise steckten. Die beiden Organisatoren Uli und Mario hatten die gesamte Fahrt minutiös vorbereitet und durchgeplant. Dank ihres großen Engagements funktionierte vom ersten bis zum letzten Tag alles nahezu perfekt. Ihnen gilt der ausdrückliche Dank aller Teilnehmer.


Tauchtechnisch hatte Gozo wieder einmal einiges zu bieten. Die Anfahrt zu den verschiedenen
Tauchplätzen erfolgte überwiegend mit Pick-up-Fahrzeugen und Pkw. Anders als in vielen anderen Tauchgebieten handelte es sich fast ausschließlich um Landtauchgänge. Die meisten Tauchplätze lagen direkt an der felsigen Küste und verlangten den Teilnehmern einiges ab. Sicherer Tritt, gute Kondition und an manchen Stellen auch eine gewisse Schwindelfreiheit waren wichtige Voraussetzungen. Teilweise erfolgte der Einstieg sogar durch einen Sprung von einer Klippe ins Wasser, selbstverständlich mit kompletter Tauchausrüstung. 

Nach dem Tauchgang wartete dann häufig der Aufstieg über teils lange Treppenanlagen zurück an die Oberfläche.
Die Mühen wurden jedoch reich belohnt. Die Unterwasserwelt Gozos präsentierte sich in ihrer ganzen Vielfalt. Zahlreiche Tauchgänge führten durch beeindruckende Grotten und langgezogene
Höhlensysteme. 

Besonders faszinierend waren die Stellen, an denen innerhalb der Höhlen aufgetaucht werden konnte und sich spektakuläre Lichtspiele boten. Zu den absoluten Höhepunkten gehörten
Tauchgänge am berühmten Double Arch, am Window sowie an weiteren spektakulären Felsformationen, für die Gozo unter Tauchern weltweit bekannt ist.


Auch ein Bootstauchgang stand auf dem Programm. Die beiden dabei angefahrenen Tauchplätze lagen küstennah und ergänzten das ohnehin abwechslungsreiche Tauchprogramm hervorragend.
Am letzten Abend unserer ereignisreichen Reise nach Gozo gab es auch die obligatorische Tauchertaufe.
Aus den Tiefen des Mittelmeeres entstieg Neptun persönlich, um seine beiden neuen Jünger Lisa und Noah nach einer traditionellen Zeremonie in sein Reich aufzunehmen. Mathias leitete im Auftrage Neptuns durch die Zeremonie. Die beiden Neulinge in Neptuns Reich können auf ihre Leistung in dieser teilweise sehr anspruchsvollen Tauchregion stolz sein.


Für optimale Rahmenbedingungen sorgte zudem örtliche Tauchbasis St. Andrew's Divers mit ihrem Basisleiter Mark. Die Taucher konnten sich jederzeit auf hervorragend gefüllte Tauchflaschen verlassen. Die eigene Ausrüstung hatten die meisten Teilnehmer vollständig von zuhause mitgebracht. Ende August und Anfang September zeigte sich das Mittelmeer von seiner wärmsten Seite. Die Wassertemperaturen lagen an der Oberfläche zwischen 29 und 30 Grad Celsius. Selbst bei den tieferen Tauchgängen zu den Wracks in rund 40 Metern Tiefe wurden noch Temperaturen von etwa 20 bis 22 Grad gemessen. Dadurch konnten viele Teilnehmer mit vergleichsweisen dünnen Neoprenanzügen komfortabel tauchen. Die Klimaerwärmung und der aktuelle Mittelmeerraum herrschende El Niño sorgten für diese ungewöhnlich warmen Wassertemperaturen.


Neben den Tauchaktivitäten blieb genügend Zeit, die kulturellen Besonderheiten der Insel
kennenzulernen. Gozo und auch die Nachbarinsel Malta wurden im Laufe der Jahrhunderte von
verschiedenen Kulturen geprägt. Diese wechselvolle Geschichte spiegelt sich bis heute in den
eindrucksvollen Kirchen, Befestigungsanlagen und historischen Bauwerken wider. Mehrere gemeinsame Ausflüge führten zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel und ermöglichten interessante Einblicke in die Geschichte und Kultur des maltesischen Archipels.
Auch kulinarisch ließ die Reise keine Wünsche offen. Jeden Abend wurde ein anderes Restaurant besucht. Die Teilnehmer genossen die große Vielfalt der mediterranen Küche, ausgezeichnete Speisen und Getränke sowie ein insgesamt sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. So entwickelte sich jeder Abend zu einem geselligen Ausklang eines erlebnisreichen Tauchtages.


Am vorletzten Reisetag stand traditionell die Entsättigung auf dem Programm. Hierfür unternahm die Gruppe einen Tagesausflug mit der Schnellfähre nach Malta. Nach einem abwechslungsreichen Sightseeing-Tag kehrte das gesamte Team am Abend zurück nach Gozo und ließ die Reise in der Kultkneipe „Glen Eagle“ ausklingen. Bei Guinness oder einem hervorragend schmeckenden einheimischen Amber Ale wurden noch einmal viele der gemeinsamen Erlebnisse Revue passiert.


Natürlich kam während der gesamten Reise auch der Spaß nicht zu kurz. Nach den Tauchgängen zog es viele Teilnehmer entweder an den Swimmingpool der Unterkunft oder direkt zum Entspannen in das warme Wasser der Xlendi Bay. Fast schon obligatorisch war für viele dabei der mutige Sprung vom Sprungbrett an der Küste ins Meer, der regelmäßig für Begeisterung sorgte. Nach zwei Wochen voller beeindruckender Tauchgänge, kultureller Entdeckungen, kulinarischer Genüsse und zahlreicher gemeinsamer Erlebnisse endete eine rundum gelungene Vereinsfahrt. Die Reise nach Gozo wird allen Teilnehmern noch lange in bester Erinnerung bleiben und hat einmal mehr gezeigt, dass hervorragende Tauchreviere, eine faszinierende Inselwelt und die starke WTV-Gemeinschaft die perfekte Grundlage für einen unvergesslichen Vereinsausflug bilden.


Dieter